Die fatale demokratische Konsequenz

(Verfasst: 21. Dezember 2015)

Die polnische Nation geht auf die Straßen, um gegen die neue Regierung ihres Landes zu demonstrieren. Die Furcht, ihre noch junge Demokratie zu verlieren, treibt die protestierende Prozession an.

Kritische Journalisten können ihrer Pflicht nicht mehr nachkommen, Richter müssen um ihre Positionen bangen. Die Regierungspartei (PiS), die in beiden Staatskammern (Sjem und Senat) die Mehrheit hält, plant, regierungstreue Nachfolger einzusetzen.

Das demokratisch sensible Konstrukt scheint abgerissen und durch die Herrscherpyramide ersetzt zu werden. Ein widerwärtiger Gedanke, den man hoffentlich nie in seiner Wahrhaftigkeit vor Augen haben wird.

Wer hat diese Abrissarbeiter und Baumeister vom offenkundig rechten Schlag auf den Grundbesitz des Volkes gelassen? Ging der Erlaubnis ein Komplott voraus? Oder zahlen die Grundbesitzer nun für ihre Naivität und müssen eine fatale, demokratische Konsequenz schultern? Die erste Option darf definitiv nicht beiseitegeschoben werden, aber wer die Wahl einer Regierung den anderen Wahlberichtigten überlässt, hat seinen „passiven Beitrag“ zu verantworten und findet sich unter den Demonstranten wieder, deren Mehrheit vermutlich die Nicht-Wähler ausmachen – 48,4 Prozent.

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