Der blutige, gewissenlose Syrienkrieg und nicht weniger entsetzliche Fragen

Wir schreiben den 10. Oktober 2013, als bekannt wird, dass ein weiteres Land der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) beitritt: Syrien, das 190. Mitglied, unterzeichnet mit diesem Schritt die Chemiewaffenkonvention. Unter Aufsicht der OPCW und der UN begann die Zerstörung der Chemiewaffenbestände und Produktionsanlagen. Was vielversprechend klang und begann, wurde von der Assad-Regierung jedoch bald verschleppt, vereinbarte Fristen für den Abtransport der giftigen Stoffe nicht eingehalten.

Insofern wäre bzw. ist Assads Einsatz von C-Waffen gegen sein Volk wahrlich nicht überraschend. Der jüngste diesbezügliche Vorfall soll sich in dem Ort Duma in Ost-Ghuta ereignet haben. Die Empörung der USA und anderen „westlichen Mächten“ war natürlich gross, was nicht sarkastisch klingen oder Ausdruck einer zynischen Haltung sein soll. Sieben Jahre blutiger, gewissenloser Krieg. Jeder einzelne verstrichene und noch folgende Tag dokumentiert politisches Versagen, diplomatische Ohnmacht, vielfältige Abscheulichkeiten! Chlorgas, Senfgas, egal in welcher Form das Leid und der Tod durch die Strassen wabern: Darf man eine nicht weniger entsetzliche, pietätlose Frage in diesem Zusammenhang aufwerfen? Ist diese Reaktion nicht naiv? Das Bestreben der OPCW ist unumstritten löblich. Aber warum sollte sich ein Massenmörder wie Bashar al-Assad daran halten? Seit wann hat ein Krieg ein Gewissen? Seit wann unterliegen kriegerische Grausamkeiten Regeln bzw. Vereinbarungen?

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