Das Streben nach Glück

Der 18. Juni 2018, der Tag der Entscheidung? Der Tag, an dem die Unionsparteien CSU und CDU die Union auflösen und somit auch die Grosse Koalition mit der SPD zerbricht? Nichts dergleichen wird passieren! Locker bleiben und durchatmen! Am Montag wird Innenminister Horst Seehofer seinen Masterplan für die künftige deutsche Asylpolitik vorstellen – hoffentlich. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nicht überzeugt. Streitpunkt: Der Umgang mit geflohenen Menschen, die bereits in einem anderen Land registriert sind. Seehofer will sie abweisen, Merkel eine europäische Lösung finden, in zwei Wochen auf dem EU-Gipfel (28./29. Juni) und kein nationales Vorgehen.

Welchen Optimismus treibt die Kanzlerin, bis dahin eine Lösung gefunden zu haben? Die EU ist seit mehr als zwei Jahren in der Asylfrage uneins. Zugleich sei die Frage gestellt: Warum jetzt diese Eile Herr Seehofer? Sind die Landtagswahlen in Bayern etwa vorverlegt worden? Genug mit dem Sarkasmus. Die rigide Haltung ist verständlich, die Richtigkeit muss allerdings infrage gestellt werden, sofern nach dem Dubliner Abkommen verfahren wird. Wenn viele nationale Alleingänge beschlossen werden, werden wenige Küstenländer der EU alleingelassen – womit wieder die Brücke zum europäischen Streit geschlagen wäre. Perspektivisch muss also Europa die Antwort geben, um den Menschen die ersehnte Perspektive zu vermitteln. Und in diesem Prozess gilt das, was schon zu Beginn der Migration galt: Wir (Europa) können nicht alle aufnehmen! Aber diese Feststellung, ganz gleich ob mit Bedauern oder Gleichgültigkeit erfüllt, reicht nicht aus, rechtfertigt nicht, sich von der übrigen Welt abzuwenden. Denn sie wird immer zu uns streben und nach unserem Glück und unserem Wohlstand! Sollte sich daraus nicht die Aufgabe ableiten, selbiges zu teilen? Selbstverständlich fliessen seit Jahren Gelder in Milliardenhöhe in verschiedenste Programme von Entwicklungshilfen. Aber offenbar (noch) nicht genug. Oder noch zu oft in falsche Hände.

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