Dachte Schulz an Adenauer?

Nach der Bundestagswahl 2017 schloss SPD-Chef Martin Schulz noch aus, einen Ministerposten in einem von Angela Merkel geführten Kabinett zu übernehmen. Knapp fünf Monate später ist die SPD nicht, wie von Schulz angedacht, in der Opposition. Der Koalitionsvertrag steht. Jetzt liegt es an den SPD-Mitgliedern, darüber zu entscheiden – und Merkel ist immer noch Kanzlerin. Aber Schulz will plötzlich Aussenminister der neuen möglichen „GroKo“ werden und Sigmar Gabriel ablösen. Der fühlt sich folglich zu wenig wertgeschätzt.

Dachte Schulz ausgerechnet an den ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU)? „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“, sagte der einst. Der Satz endet jedoch mit: „nichts hindert mich daran weiser zu werden.“ Ob Schulz als möglicher Aussenminister mehr Weisheit erlangt, darf bezweifelt werden. Gabriel hat einen guten Job gemacht. Was spricht für seine Absetzung? Mit Adenauer hat das Bestreben des Noch-Parteichefs jedenfalls nichts zu tun. Es ist machtpolitisch motiviert und kann mit Blick auf Schulz Leistungen als Parteivorsitzender nicht gerechtfertigt werden!

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