Wie ein Mensch zu einer Erscheinung wurde (4)

Die Cocktailgläser (Kapitel 4) Sarah1 taumelte aus der Toilettenkabine und spülte sich am Waschbecken den Mund aus. Ein Schamhaar hing ihr im Mundwinkel, der Lippenstift war verschmiert. War es gut? Schlecht? Sie war zu betrunken, um das beurteilen zu können. Die Party war für sie gelaufen. Schlimm genug, dass der Morgen bald erwachte und sie erkennen musste, dass ihre Probleme …

Wie ein Mensch zu einer Erscheinung wurde (3)

Es passierte (Kapitel 3) Er1 nahm den letzten Schluck aus der Flasche, dann kippte sein Arm weg und sie kullerte aus der Hand. Ist es schon so weit? Würde er, auf einer Parkbank liegend und im Alkoholrausch dahingleitend, sterben? Unwahrscheinlich, aber sicher eine angenehme Art, einzuschlafen und schliesslich nicht mehr aufzuwachen. Was meinte die Stimme noch gleich? „Du brauchst dich …

Wie ein Mensch zu einer Erscheinung wurde (2)

Die grösste tragische Heuchelei (Kapitel 2) Als1 er die Stimme zum ersten Mal gehört hatte, hatte er leichthin über das Sterben gesprochen. Still und einsam sollte es werden. Er wusste nicht, wie er zu dieser törichten Lüge kam. Es mag ja stimmen, dass man Bekannte, Freunde und Familienangehörige im Sterben liegend nicht behelligen möchte. Aber deswegen die Einsamkeit zu wählen, …

Der Tod in Jeans und Hemd (Drabble-Geschichte, komplett)

Der Tod in Jeans und Hemd (Kapitel 1)   Er1 hasste seinen Job und die Angst, die sie vor ihm hatten. Aber was konnte man bedauerlicherweise anderes erwarten? Er war die Inkarnation des Schreckens und die lebendige wie zugleich womöglich unbegreifliche Endlichkeit des Lebens. In den Geschichten der Menschen über ihn beschrieben sie eine gesichtslose Gestalt in einer schwarzen Kutte, …

Wie ein Mensch zu einer Erscheinung wurde

Reicht ein Bier für ein Leben? (Kapitel 1) Warum1 zögerte Freddy? Er betrat diese Bar nicht zum ersten Mal. In der Fussgängerzone genehmigte er sich immer sein Feierabendbier. Aber heute war es mehr als ein Feierabend, den er beschloss. Reichte ein Bier für ein Leben aus? Er fürchtete, auf Isabella zu treffen, eine simple einseitige Schwärmerei. Sie war viel zu …

Der Tod in Jeans und Hemd (1. Szene)

Szene   Eine Frau steht in ihrem Schlafzimmer. Sie beobachtet mit wässrigen Augen ihre Enkelin, die weinend am Bett sitzt und ihre Hand hält, die zu ihrem fast leblosen Körper gehört. Die Frau will sie trösten, doch ihre Hand greift durch ihr Ziel hindurch. Aus dem ungewissen dunklen Hintergrund nähert sich ein Mann in Jeans und blau-schwarz kariertem Hemd. Er …